Strang · offen

Eigenname

Überall auf der Welt verlassen Journalistinnen und Journalisten zerfallende Institutionen und veröffentlichen unter ihrem eigenen Namen. Der Zeitungskopf schrumpft auf eine einzige Person; die Verfasserzeile wird zur Marke. Das ist die Geschichte dieses Wandels — erzählt von denen, die ihn leben, in einer Zeitung, die selbst ein Beispiel dafür ist. Ein offener Strang: Wer seinen Namen zurückerobert hat, ist ein Kapitel.

Dies ist der Gründungsstrang der Morgan Times — und passenderweise handelt er davon, eine zu gründen.

Ein Jahrhundert lang floss das Vertrauen im Journalismus zur Institution: zum Zeitungskopf, zum Logo, zum Gebäude. Der Name der Reporterin war eine Höflichkeit in kleiner Schrift. Diese Ordnung löst sich auf — nicht, weil sich die Schreibenden verändert hätten, sondern die Ökonomie. Die Druckerpresse wurde billig; die Verfasserzeile wurde teuer; und die Leser, überflutet von allem, suchten wieder nach jemandem, dem sie vertrauen können, statt nach etwas.

Dieser Strang verfolgt den Wandel überall dort, wo er auftaucht: die Reporterin, die gegangen ist; die Lokalredaktion, die zu einer Person und einem Newsletter wurde; das Land, dessen bester Journalismus heute unter einem einzigen Namen lebt, weil die Institution, die ihn einst trug, verschwunden ist. Wir verweben diese Beiträge mit der Zeit, denn der Wandel ist nicht eine Geschichte — es sind tausend kleine, die in dieselbe Richtung zeigen.

Beiträge, die ich für diesen Strang suche:

  • Aus einer zerfallenden Institution. Du sitzt gerade in einer schrumpfenden Redaktion. Wie sieht das letzte Jahr vom Schreibtisch aus aus? (Echter Name — oder unter einem Schild, wenn es dich den Job kosten würde.)
  • Von einem Ort, den die Titelseite vergisst. Du berichtest aus einer Stadt oder einem Land, in das die Weltpresse hineinspringt und es wieder verlässt. Erzähl die Geschichte, die sie falsch erzählt.
  • Aus deiner eigenen Neuerfindung. Du bist schon gegangen und hast deinen Namen auf das gesetzt, was du gebaut hast. Was hat dich die Verfasserzeile gekostet — und was hat sie dir gebracht?

Wenn das du bist, steht die Tür offen. → Mitschreiben

In diesem Strang

  1. 29. Mai 2026

    Warum diese Zeitung nur einen Namen im Kopf trägt — und eine offene Tür daneben

    Ein Jahrhundert lang hat der institutionelle Journalismus den Lesern beigebracht, einem Logo zu vertrauen statt einem Menschen. Dieser Handel löst sich auf. Hier ist die Wette, die ich darauf abschließe, was an seine Stelle tritt.

    Von Abraham D. Hdru